Vorschläge für Touren


Diese Tipps wurden für einen Freund ausgearbeitet, der in Regello südöstlich von Florenz Ende Urlaub machte und das erste Mal die Toskana besuchte.

Tour 1: Florenz

Florenz ist das ganze Jahr über ziemlich überlaufen. Es bedeutet Schlange stehen , will man die Uffizien besuchen zu wollen. Als Alternative bieten sich andere, weniger überlaufene Museen und Kirchen an wie die Accademia, der Palazzo Pitti, Santa Croce etc.

Auf keinen Fall am Montag nach Florenz fahren, weil Museen und Geschäfte geschlossen sind. Im Florenz-Teil der Tageszeitung "La Repubbica" findet man täglich eine Übersicht über die Öffnungszeiten der Museen.

Es ist ratsam, vor allem wenn man die Stadt nicht gut kennt, auf das Auto zu verzichten. Mein Tip: Das Auto in Figline Valdarno abstellen und von dort mit der Bahn fahren (Fahrzeit 25 Minuten). Nicht vergessen, die Fahrkarten vor der Hin- und Rückfahrt in den Entwerter zu stecken.

Vorschlag für einen Stadtrundgang:

Vom Hauptbahnhof Santa Maria Novella nach links (von der Ankunftsrichtung her gesehen) hinausgehen und weiter in die Via Nazionale. Rechts in die Via dell’Ariento, die voll gestellt ist mit Verkaufsbuden. Linker Hand ist die alte Markthalle. Die zu besuchen und durch durch die Stände zu bummeln, ist wirklich ein Erlebnis. In der hinteren rechten Ecke kann man guten Wein glasweise probieren. Dann wieder zurück auf die die Via dell’Ariento. Man stößt auf San Lorenzo mit der berühmten Medici-Kapelle. Sollte man gesehen haben. Weiter zum Dom und Baptisterium. Sollte man trotz des zu erwartenden Rummels besuchen.

Weiter durch die Via Roma zur Piazza della Repubblica. Dort sind die eleganten Straßencafés. Bei schönem Wetter sitzt man draußen und läßt sich einen Drink oder Café bringen. Weiter zur Signoria, dem Rathaus, das man auch besichtigen kann. Danach vielleicht ein kleiner Abstecher nach Santa Croce, der Kirche mit den berühmten Grabmalen und Metopen, bei deren Anblick Stendhal einst in Ohnmacht fiel (man spricht seither vom "Stendahl-Syndrom").

Zurück zum Ponte Vecchio, dann zum Palazzo Pitti mit seinem schönen Garten. Zurück über den Ponte Santa Trinità in die Via de Tornabuoni, wo man die berühmten Modehäuser von Ferragamo bis Gucci findet.

Essen in Florenz: Wenn man sich ein wenig Luxus gönnen will, ist an erster Stelle die Enoteca Pinchiorri in der Via Ghibellina 87 zu nennen, eines der drei besten Restaurants Italiens. Vorbestellen (Tel. 242777) oder zeitig hingehen. Das klassische Restaurant der Florentiner Gesellschaft ist Sabatini an der via de´Panzani 9, nicht weit vom Bahnhof. Für Weinfreunde ideal: die Cantinetta Antinori in der Via Tornabuoni. Hier kann man alle Antinori-Weine auch glasweise probieren und essen (Bistro-Charakter). Vielleicht sitzt dann, wie es uns passiert ist, Benigni gerade an der Theke und isst seine Nudeln. Einfache, aber gute Restaurants findet man im übrigen im Viertel südlich und südwestlich der Kirche Santa Maria Novella (in die man auch mal hineinschauen sollte).


Tour 2: Chianti-Senese

In Incisa auf die Autobahn nordwärts bis Firenze Certosa und über die Schnellstraße bis Poggibonsi Nord. Von dort nach Certaldo und dort die Altstadt (Paese alto) auf dem Berg besuchen. Ein kleines Renaissance-Juwel. Hier wurde Boccaccio geboren, hier lebte er im Alter (Museum).

Von Certaldo nach San Gimignano, der berühmten "Manhattan des Mittelalters" mit den Geschlechtertürmen.

Von dort nach Siena, vielleicht mit einem kleinen Abstecher nach Monteriggioni, der "Krone" auf dem Berg, die bei Dante eine Rolle spielt.

Um Siena am besten zuerst Richtung Grosseto/Arezzo westlich herumfahren und dann dem Parkleitsystem folgen. Es gibt zwei zentrumsnahe Tiefgaragen. In Siena muß auf dem Campo gesessen haben, dem schönsten Platz der Welt und beim berühmten Zuckerbäcker Nannini (Vater der Sängerin Gianna Nannini) einen Capuccino getrunken und ein "Panforte" gekauft haben. Besichtigen sollte man den Dom mit dem Museum und auch die Ausstellungen im gegenüberliegenden ehemaligen Hospital Santa Maria della Scala. Besichtigen kann man auch die Fortezza, darin (ab 15 Uhr geöffnet) die "Enoteca Natzionale Italia", wo man alle Weine Italiens probieren kann.

Essens-Tipp, je nach Tagesablauf:

"Il Pozzo" in Monteriggioni

"Le Logge" in Siena (Seitenstraße vom Campo, links vom Rathaus), das schönste Lokal der Toskana

"Antica Trattoria Botteganova", das beste Restaurant Sienas, am Rande der Stadt an der Via Chiantigiana (S. S. 408)

Für die Rückfahrt bietet sich eine (kurvenreiche) Tour durch das Chianti Classico an, über Gaiole und zurück über die Abtei Coltibuono nach Montevarchi.


Tour 3: Casentino

Von Reggello bergauf zur riesigen Abtei Vallombrosa. Weiter über den Consuma-Pass hinüber ins idyllische Casentino, wo schon Dante am liebsten lebte. In Pratovecchio gibt es eine schöne Burg zu besichtigen. Dann bietet es sich an, die Bergklöster Eremo die Camaldoli und/oder La Verna (Priorität) zu besichtigen. Von La Verna kann man einen Abstecher nach Caprese, zum Geburtshaus von Michelangelo machen. Weiter nach Arezzo. Dort sind sind in der Kirche San Francesco die berühmten Fresken von Piero della Francesca aufwendig restauriert worden und seit neuestem wieder zu besichtigen. Auch die Piazza Grande ist sehenswert.

Über die Autobahn zurück nach Incisa.

Tour 4: Pienza bis Assisi

Autobahn südwärts bis Ausfahrt Valdichiana. Über Torrita di Siena nach Pienza. Das ist die "ideale Stadt" der Renaissance, die Paul II. Piccolomini vor mehr als 500 Jahren an der Stelle seines Geburtsorts errichten ließ. Hier gibt es Geschäfte mit Landprodukten wie dem berühmte Pecorino (Schafskäse) di Pienza und vielen Gewürzmischungen. Der Dom ist sehenswert.

Weiter nach Montepulciano. Vor der auf dem Berg liegenden Stadt sieht man die Kuppelkirche San Biagio, eine der schönsten Kleinodien der Renaissance und Modell für den Petersdom. Oben auf dem Berg die Altstadt mit dem Domplatz und dem Rathaus, ein Mini-Ausgabe des Palazzo Vecchio in Florenz.

Von Montepulciano runter ins Tal Richtung Cortona-Perugia.

Bei Pietraia auf die Superstrada am Trasimenischen See vorbei nach Perugia fahren. Die Altstadt auf dem Berg sollte man besuchen (Parkleitsystem). Von Perugia weiter nach Assisi mit seinen Wallfahrtskirchen.

Varianten und Abstecher bei dieser Tour:

- Von Pienza ein Stück westlich fahren, abzweigen in Richtung Petroio. Nach ein paar Kilometern die kleine Abtei "Sant’Anna in Camprena". Hier wurde der mit 7 Oskars bedachte Film "Der englische Patient" gedreht.

- Trasimenischer See: In Touro von der Schnellstraße abfahren in Richtung Strand, mit dem Schiff rüber zur Isola Maggiore. Dort kann man bei Sauro essen, wieder zurückfahren oder auch noch einen Rundgang über die kleine Insel machen.

- Für Keramikfreunde: Von Perugia die Schnellstraße Richtung Rom bis Deruta. Dort ist ein Keramikofen neben dem anderen. In Torgiano gibt es das Weinmuseum von Lungarotti.

Essen gehen je nach Ablauf:

Pienza: Alle Restaurants sind empfehlenswert. Besonders das Mini-Restaurant "Rossellino".

Passignano sul Trasimeno: "Il Fischio del Merlo" im Hotel "La vela"

Assisi: "Ai Cavalieri" im Ortsteil Petrignano

Torgiano: "Le Tre Vaselle"


Tour 5: Lucca und Pisa

Als Tagesrundreise bietet sich an: Prato (Altstadt), Lucca (Altstadt und Stadtbefestigung), Viareggio (mondänes Seebad), Pisa (Dom usw.)

Essen:

"Buca Sant’Antonio" in Lucca-Altstadt

"La Mora" in Ponte a Moriano (nördlich von Lucca)

"Romano" in Viareggio