Vin Santo

Der Vin Santo wird aus ausgewählten Weißweintrauben (in der Regel Grechetto und Trebbiano) hergestellt, die auf Schilfrohrmatten getrocknet und erst dann gekeltert werden. Der Wein wird in kleinen Holzfässern hoch gelagert, die mit Zement oder Siegellack verschlossen werden. Es kommt für Jahre lang regelmäßig zur Gärung. Je nach Ausgang des Verfahrens kann diese Art der "Trockenbeerenauslese" auch sehr trocken sein. Über den Namen gibt es zwei Theorien: Entweder kommt er von "Tutti Santi" (Allerheiligen), weil die Trauben einst an Allerheiligen gepreßt wurden (heute läßt man sie noch weit länger trocknen, wodurch der Most noch konzentrierter wird) oder von der griechischen Insel Xanthos, deren Mönche in der Toskana ein Kloster errichtet und diese Art der Weinbereitung eingeführt haben sollen. Der Gesetzgeber hat seit kurzem eine eigene DOC-Klassifizierung "Vin Santo" eingeführt, die eine Unterscheidung zu Likörweinen mit dem Namen "Vino Santo" etwas einfacher macht. Merke: Wenn ein angeblicher Vin Santo eine hellgrün-lilafarbene Banderole des staatlichen Alkoholmonols hat, ist es kein Wein sondern ein Kunstprodukt. 

Den besten Vin Santo Italiens produziert wird auf dem Gut "Le Capezzine" von Avignonesi (siehe oben) an der Grenze zwischen Montepulciano und Cortona in einer eigens dafür vorgesehenen Halle uner großem önologischen Aufwand produziert. Ähnlich das Weingut Villa S. Anna in Abbadia.