Radwandern: Fragen & Antworten

DER SENTIERO DELLA BONIFICA SERVICE - ANGEBOT FÜR RADTOURISTEN

1) Anfahrt zum Chiana-Tal

Das Chiana-Tal (Val di Chiana) ist per Auto und Bahn bequem zu erreichen, da es an den Hauptverkehrsachsen der Halbinsel zwischen Rom und Mailand liegt. Das Chiana-Tal ist wie ein natürlicher Korridor, der von der Autobahn und der Bahnlinie durchzogen wird. Die Autobahn-Gebührenstellen und Bahnhöfe von Chiusi und Arezzo wie auch die 10 Zwischenstationen sind somit wichtige Orientierungspunkte für diejeni gen, die den Sentiero della Bonifica erreichen wollen.

2) Mit dem eigenen Fahrrad oder Leihrad? Welche Fahrradtypen sind für diese „Reise“ geeignet?

Beide Möglichkeiten bieten sich an. Wer mit dem eigenen Rad reist, hat für den Transport nicht durch Stadtzentren, streift jedoch Dörfer und Ortschaften, die vom Radweg aus bequem zu erreichen sind. Was die Gastlichkeit betrifft, so finden sich entlang der Strecke Beherbergungsbetriebe, insbesondere für „langsame“ Radfahrer, die den Canale Maestro della Chiana in Ruhe ge nießen wollen: Hotels, Agriturismo-Unterne hmen, Ferienhäuser, Bed&Breakfast haben gemeinsam eine Vereinbarung getroffen in Bezug auf die gastliche Aufnahme und spe zielle Dienstleistungen für Radwanderer. Die komplette Serviceliste für Radtouristen umfasst 11 Leistungen: Fahrradlager, Werkzeug-/Werkstattausrüstung, Radwäsche, fahrgerechte Verpflegung, Wäscherei/Reinigung, Fahrradverleih, Tourenbegleiter und Führer, Shop mit Biblio- und Videothek für Radtouristen, Internet-Point, Informationen, Notdienst. Die Betriebe, die dieser Kete angeschlossen sind, sind verpflichtet die ersten 4 Leistungen zu stellen, die Übrigen können nach Verfügbarkeit der jeweiligen touristi schen Einrichtung in Anspruch genommen werden.

Bezüglich der Logistik stehen zwei Tour Operators zur Verfügung, die den Service auf der gesamten Strecke garantieren, mit besonderem Hinblick auf Familien, von Fahrradverleih, kleinen Trolleys und Kindersitzen bis zum Gepäcktransport zwischen den einzelnen Etappen, ferner Pick-up-Service für Räder und eventuelle Radwanderer auf der Strecke oder am Ende der Fahrt. Außerdem gibt es einen Buchungs-Service für einzelne Etappen. Serviceleistungen in dem genannten Gebiet, wie Werkstätten oder Einrichtungen des Gesundheitswesens (Apotheken oder Krankenhäuser), sind der vollständigen Liste auf der Radtouristen-Karte für den Canale Maestro della Chiana und der Webseite www.sentierodellabonifica.it zu entnehmen.

4) Gibt es Angebote „alles inbegriffen“?

Sicher. Die beiden Tour Operators bieten Pauschal-Pakete verschiedener Art an, je nach zeitlicher Verfügbarkeit und Vorbereitungsgrad der Radtouristen. Selbstverständlich kann man auch einzelne Serviceleistungen in Anspruch ne hmen. Es gilt immer die gleiche Regel: Den Tour Operator rechtzeitig vorher kontaktieren.

5) Wie kann ein Alleinreisender die Fahrt organisieren? Etappen, Service, nützliche Informationen.

Alleinreisende und unabhängige Radtouristen sind auf dem Radwanderweg des Canale Maestro della Chiana herzlich willkommen. Der Radweg ist bestens geeignet auch für diejenigen, die in völliger Freiheit reisen möchten. Ein gut durchtrainierter Radfahrer kann den ganzen Weg an einem einzigen Tag zurücklegen. Aber um Land und Leute kennen zu lernen, empfiehlt es sich, die Strecke in 2 oder 3 Etappen aufzuteilen und ab und zu einen Abstecher vom Hauptweg zu machen, um die vielen Sehenswürdigkeiten „mitzunehmen“. Die Informationen auf der Regionalkarte und im Internet sind ausreichend, um die Fahrt im Alleingang zu organisieren. Die Fremdenverkehrsbüros, in erster Linie die APT-Büros in Arezzo und Chianciano Terme, sind wertvolle Kontaktstellen. Weitere Hinweise zur Organisation Ihres Urlaubs finden Sie auf den Webseiten

www.apt.arezzo.it und www.terresiena.it.

6) Welche Vorsichtsmaßnahmen sind vor und während der Fahrt zu treffen?

Wichtig ist vor allem, dass man sich ausreichende Unterlagen über die Region und den Radwanderweg besorgt. Auf der gesamten Strecke gibt es Signal für Mobiltelefone, sodass man lediglich die entsprechenden Handy-Nummern und Kontakte bei sich haben muss. Radler, die allein unterwegs sind, sollten besonders auf die Ernährung achten. Nie mit leeren Feldflaschen (nicht nur „eine“) und einer Reserve schnell wirkender Energiespender wie Trockenobst, Frischobst oder Energie-Riegel abfahren. Denn obwohl der Sentiero della Bonifica nicht weit entfernt von den (angezeigten) Rastplätzen verläuft, so führt er doch streckenweise durch einsame Gegenden. Und auf dem Rad muss man Hunger und Durst bekanntlich vorbeugen. Trinken, wenn man Durst hat, und essen, wenn man Hunger hat, bedeutet, dass man den richtigen Zeitpunkt bereits überschritten hat! Aus den gleichen Gründen ist es vernünftig, das notwendige Werkzeug für einfache Reparaturen mitzunehmen, etwa ein Reifenpannen-Kit (Ersatzschlauch, Griff-Werkzeug zum Abmontieren des Reifens, Flickzeug).

7) Welche Merkmale hat der Radweg? Muss man gut durchtrainiert sein?

Der Sentiero della Bonifica weist keine technischen Schwierigkeiten auf. Von der Höhenlage her ist er ausgesprochen leicht zu fahren und erfordert keine „Bergfahrerkünste“, da er konstant in der Ebene verläuft. Damit ist er auch für nicht geübte Radfahrer völlig unproblematisch, allerdings unter Berücksichtigung der eigenen Ausdauer. Das Fehlen von Steigungen ist ein großer Vorteil für alle, aber bevor man sich aufs Rad schwingt, sollte man abschätzen, wie lange man es auf dem Sattel aushält. Zwar ist kein spezielles Training notwendig, aber man sollte schon irgendwie mit den Pedalen und … mit dem Sattel vertraut sein, das heißt, die Fahrt in gutem Gesundheitszustand antreten. Wenn man mit Kindern reist, sollte man die Strecke unbedingt in 2 oder 3 Etappen aufteilen. Obwohl der Radweg stets gut ausgeschildert ist, sollte man dennoch immer die Spezialkarte bei sich haben, auf der die praktischen Hinweise eingezeichnet sind.

8) Ist der Sentiero della Bonifica auch für Kinder geeignet?

Auf jeden Fall! Der Radweg ist sehr sicher und gut befahrbar, und er bietet eine ganze Reihe Anregungen von historischem, naturkundlichen und landschaftlichen Interesse gerade auch für Kinder. Wenn man von den wenigen Kreuzungen mit Provinzstraßen (die stets entsprechend angezeigt sind) absieht, ist die ganze Strecke für dem motorisierten Verkehr verboten, sodass man sicher, ungezwungen und geruhsam radeln kann. Auf alle Fälle ist es immer ratsam, einen Schutzhelm und passende Fahrradbekleidung (Spezial-Radhosen, Radhandschuhe, Sonnenbrille, Ersatzkleidung) tragen.

9) Was stellt der Canale Maestro della Chiana außer einem Radwanderweg noch dar? Welche Spontanerlebnisse hält er bereit?

Den Canale Maestro della Chiana mit dem Fahrrad zu erleben, heißt, gesund reisen und den Kontakt mit der Natur und den Menschen wiederentdecken. Es ist eine einmalige Fahrt, eine Erfahrung, die einem nur geschenkt wird, wenn man sich langsam fortbewegt. Mit dem Auto oder Motorrad sieht man ein anderes Chiana-Tal. Mit dem Fahrrad hat man die Möglichkeit, diese Region ganz aus der Nähe zu betrachten, sich unter die Leute zu mischen und dabei die lan dwirtschaftlichen Erzeugnisse und das Kunstgewerbe kennen zu lernen: Weinberge, Oliven- und Obsthai ne, Weinkellereien, Bauernhöfe und urige Lädchen; beschauliche Orte am Rand des Kanals, in offener Landschaft oder in kleinen Dörfern mit ihrer sprichwörtlichen Gastlichkeit.

10) Welche Jahreszeiten sind die besten für eine Radtour am Canale Maestro della Chiana?

Frühjahr und Herbst. Auch im Sommer ist es schön, doch sollte man die heißesten Monate (Juli und August) vermeiden, da fast die ganze Strecke unter „freiem Himmel“, also ohne kühlenden Schatten verläuft. Im Winter könnte es empfindlich kalt werden; damit wäre der Sentiero ein hervorragender Trainingspfad, doch bietet er klimamäßig dann nicht die idealen Vo raussetzungen für einen Urlaub. Es wird davon abgeraten, den Weg nach heftigen Niederschlägen zu befahren. Wenn der Kanal viel Wasser führt, könnte die Durchfahrt an einigen Stellen erheblich erschwert oder sogar unmöglich sein. In solchen Fällen ist besondere Vorsicht geboten. Der Radweg wird ständig überwacht von Kanaltechnikern, die in gut erkennbaren Wärterhäuschen entlang der Radstrecke wohnen.

Texte und Fotos mit freundlicher Genehmigung des APT Chianciano Terme