Montepulciano

Domplatz (mit dem Mauszeiger bewegen)

Als wir 1972 an einem nebeligen Novembertag das erste Mal nach Montepulciano kamen, lernten wir einen verschlafenen Ort kennen, touristisch damals eher ein Vorort von Chianciano Terme, dessen Kurgäste nachmittags und abends Abwechslung suchten. Es war nicht leicht, ein vernünftiges Restaurant zu finden. Immerhin hat dann Hans Werner Henze fünf Jahre später die Stadt der alten Mauern, Türme und Zinnen mit seinem "Cantiere d'Arte" wach geküsst. Dieser Kuss sollte nachhaltig wirken und die Stadt verändern. Und zwar überwiegend zum Positiven, wenn wir auch heute manche der alten "Botteghe", der kleinen Werkstätten, vermissen. 

Als wir dann 1978 ein bescheidenes Landarbeiterhaus in Montepulciano Stazione kauften – der wunderbare Alvaro Ranzoni von "Panorama" hatte eine alte Tante, die das Haus verkaufen wollte – , geschah dies aus einer momentanen Laune heraus, denn wir hatten uns in diese Landschaft, ihre Menschen, ihre Kultur verliebt. Dass dieses Haus zu einer richtigen zweiten Heimat auf Dauer werden sollte, ahnten wir damals nicht. Gehalten hat uns die von Jahr zu Jahr wachsende Vertrautheit mit Land und Leuten. Zu den Freunden von 1978, die wir auf einem Dorffest am Bahnhof Montepulciano kennen gelernt hatten, kamen über die Jahre weitere Menschen, nicht zuletzt die Freunde von Slow Food, Condotta Montepulciano-Chiusi. Und was die deutschen Freunde betrifft: Es entwickelte sich ein Kristallisationspunkt der "Toskana-Fraktion", vor allem Peter Glotz und Otto Schily gehörten dazu. Nicht zu vergessen Volker Hauff, der Hausgefährte der ersten Jahre.

Wir wollen nun ein wenig von dem weiter geben, was wir von der Stadt, dem Valdichiana und dem Val d'Orcia wissen.